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Black Hat SEO

Eine Vorgehensweise, die die Regeln der Suchmaschinenbetreiber umgeht

Allgemeines zu Black Hat SEO

Black Hat SEO ist im Gegensatz zur White Hat SEO die Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) mit dem schwarzen Hut. Es ist eine Vorgehensweise, die bewusst die Regeln der Suchmaschinenbetreiber umgeht. Die beiden Begriffe leiten sich vom guten und bösen Cowboy mit dem weißen oder schwarzen Hut ab.

Wieso gibt es Black Hat SEO?

Seit die Suchmaschinenoptimierung zu kommerziellen Zwecken eingesetzt wird – also seit dem Ende der 1990er Jahre –, etablierten sich nicht nur seriöse Methoden, sondern auch die Black Hat SEO, die imstande ist, Suchmaschinenergebnisse zu manipulieren. Das geschieht durch weitreichendes Spamming und andere Methoden. Das Ziel besteht darin, Webseiten sehr schnell einen guten Rang zu verschaffen, ohne auf das organische Wachsen von Linkverweisen zu warten oder eine seriöse OnPage-Optimierung anzuwenden. Die Anwender von Black Hat SEO möchten bestimmte Produkte massiv verkaufen und dabei die gesamte Konkurrenz überrunden.

Methoden der Black Hat SEO

  • Linkfarmen: Hierbei setzen die Betreiber Seiten ins Netz, deren einziger Zweck es ist, Links auf zu promotende Seiten zu schicken. Man geht davon aus, dass die Suchmaschinencrawler diese Links messen und damit das Ranking der verlinkten Seiten steigt.
  • Text Hiding: Text wird auf der Seite versteckt, um mehr Keywords unterzubringen. Das Verstecken erfolgt unter anderem durch eine Schriftfarbe, die der Untergrundfarbe entspricht, durch die Schriftgröße 0 oder durch CSS-Befehle (Cascading Style Sheets = stufenförmige Gestaltungsvorlagen) wie "display:none" oder "visibility:hidden".
  • Softwareprogramme für die automatisierte Forenanmeldung: Mit Softwareprogrammen wie XRumer ist eine automatisierte Forenanmeldung möglich. In den Foren werden wiederum automatisch Posts veröffentlicht, was eindeutig zur Black Hat SEO zählt.
  • Expired Domains: Diese Domains standen im Netz, liefen dann ohne Laufzeitverlängerung aus und stehen wieder zur Verfügung. Sie können über Linktrust verfügen. Eine Methode der Black Hat SEO besteht darin, sie zu kaufen und zum Linkaufbau für die eigene Seite zu nutzen, um vom vorhandenen Linktrust zu profitieren.
  • PBN (Private Blog Network): Wer selbst sehr viele Blogs ins Netz stellt, kann von deren Beiträgen auf seine Hauptseite verlinken. Das wirkt zwar zunächst legitim, gilt aber als Black Hat SEO, wenn die Blogs keine sinnvollen Inhalte aufweisen und/oder von ihnen viel zu viele Links abgehen (Linkspamming).
  • Article Spinning: Dieses Verfahren stellt in Texten die Worte so um, dass aus der Sicht eines Crawlers vermeintlich Unique Content entsteht. Damit lässt sich ein einziger Text massenhaft in verschiedenen Blogs verbreiten und als Linklieferant nutzen.
  • Linkkauf: Der Kauf von Links, um damit die eigene Seite zu promoten, ist ein Klassiker der Black Hat SEO.
  • Cloaking: Der Nutzer sieht auf einer Seite etwas anderes als der Crawler der Suchmaschine. Der Zweck ist wiederum die massive Promotion bestimmter Inhalte und Keywords.
  • Doorway Pages: Diese Seiten werden vor Zielseiten geschaltet, um Traffic zu erhalten.

Wie erfolgreich ist Black Hat SEO?

Die Suchmaschinenbetreiber mögen Black Hat SEO natürlich nicht, versuchen sie aufzuspüren und strafen sie ab. Die Google-Updates Panda (ab 2011) und Penguin (ab 2012) richteten sich stark gegen unseriöse Optimierungsversuche. Im Normalfall erreicht der Optimierer seither eher das Gegenteil: Er rutscht im Ranking nach hinten, statt einen besseren Platz zu erhalten. Schlimmstenfalls wird seine Seite aus dem Index verbannt. Manchmal merken Anwender von Black Hat SEO gar nicht, dass sie nur wenig Erfolg haben. Doch die Methoden können auch wirken, wenigstens kurzfristig (was häufig das Ziel ist). Man stelle sich vor, jemand wolle ein einmaliges, demnächst stattfindendes Ereignis promoten (zum Beispiel ein Konzert). Dann könnte er mit Black Hat SEO operieren. Wenn seine Seiten schließlich abgestraft werden, was Wochen und Monate dauern kann, hat das Konzert schon stattgefunden. Google und andere Suchmaschinenbetreiber rüsten allerdings ständig auf, um Black Hat SEO zu identifizieren und wirkungslos zu machen.

Vor- und Nachteile von Black Hat SEO

Es lässt sich mit den verbotenen Methoden gelegentlich etwas erreichen, sodass für bestimmte Produkte und Dienstleistungen schnelle Verkäufe möglich sind. Auf schnell drehenden Märkten ist das ein eindeutiger Vorteil. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. SEO-Experten, die ständig den schwarzen Hut aufhaben, können damit durchaus lange Zeit und ewig operieren, denn sie können immer wieder neue Seiten inklusive aller Satellitenblogs einrichten und damit stets neue Produkte verkaufen. Daher hat Black Hat SEO eindeutige wirtschaftliche Vorteile. Der Nachteil ist die massiv unseriöse Arbeitsweise, die den eigenen guten Ruf nachhaltig beschädigen kann, sowie das Risiko, immer wieder mit einer Penalty (Strafe) durch Suchmaschinenbetreiber belegt zu werden und sich schließlich vor diesen hinter stets wechselnden IP-Adressen verstecken zu müssen. Wenn eine Webseite inklusive aller SEO-Anstrengungen mühselig aufgebaut wurde und vielleicht sogar dafür bezahlte Werbung im Netz steht, ist der finanzielle Schaden nach einer Penalty (massives Zurücksetzen im Ranking) groß.

Vermischung von White und Black Hat SEO: Grey Hat SEO

In der Praxis lassen sich die seriöse und unseriöse SEO nicht immer scharf voneinander abgrenzen. Ein Beispiel: Jemand richtet zahllose Blogs ein und postet in diesen sehr viele Beiträge, die an sich sinnvoll sind, aber jeweils auf eine Hauptseite verweisen – vielleicht mit ein paar Links zu viel. Das kann man als Linkspamming und somit als Black Hat SEO bewerten, doch die Qualität der Beiträge kann durchaus gegeben sein. Für diese Mischform hat sich die Begrifflichkeit der Grey Hat SEO eingebürgert, die wahrscheinlich am häufigsten vorkommt, denn blütenweiße SEO gibt es vielleicht gar nicht. Darauf verweisen wir auch in unserem Beitrag über White Hat SEO. Die Vorschriften für Webmaster sind bei Google und anderen Suchmaschinen wirklich sehr umfangreich und teilweise etwas weltfremd. Also versuchen sich viele Optimierer ständig im Bereich der Grey Hat SEO zu bewegen. Das ist aber schwer, weil die Suchmaschinenbetreiber ihre Algorithmen ständig weiterentwickeln. Was 2018 noch funktioniert hat, könnte 2019 schon als Black Hat SEO abgestraft werden. Daher muss es als Vorteil gelten, die Webmasterrichtlinien wirklich gut zu kennen und nach Möglichkeit zu befolgen.

Fazit

Es ist für Optimierer immer nützlich, weitgehend White Hat SEO zu betreiben, doch in einigen Fällen kommen sie an den "schwarzen" Methoden nicht vorbei. Sie müssen nur die Konsequenzen gut kennen.