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WDF*IDF allgemein

In den vergangenen Jahren hat sich der Begriff WDF*IDF zu einer Autorität für die Suchmaschinenoptimierung entwickelt. Wer auch immer etwas auf sich und seine eigene Optimierung hält, der prüft den eigenen Content auf der Basis der WDF*IDF Formel. Tatsächlich scheint es kaum eine bessere Form zu geben, um die eigenen Inhalte in Hinblick auf die Relevanz zu prüfen und zu optimieren. Und während WDF*IDF mit Sicherheit einer der wichtigsten Faktoren für die inhaltliche Optimierung ist, sollte die Formel nicht als ein Allheilmittel verstanden werden. Stattdessen ist sie "nur" eine wichtige Stütze für die inhaltliche Bewertung und Optimierung von Seiten.

Die Geschichte von WDFIDF und ihrer Popularität in Deutschland

Das Prinzip, dass ein Keyword oder eine Phrase sich relativ zum vorhandenen Content verhalten sollte, ist natürlich nicht neu. In früheren Zeiten stand hier vor allem die Keyworddichte als ein Faktor zur Verfügung. Es ist noch nicht lange her, da hat WDF*IDF keine wirklich große Rolle gespielt. Stattdessen wurden die Texte auf verschiedenste Weisen mit unterschiedlichen Keywords gestopft, um damit eine hohe Wertung in den Suchmaschinen zu erreichen. Google hat allerdings mit verschiedenen Updates reagiert und spätestens seit dem Hummingbird Update ist die Keyworddichte kein wirklicher Faktor für einen guten Content und somit Relevanz mehr. Dafür hat sich schon kurz danach WDF*IDF als ein Faktor zur Berechnung eben jener Relevanz durchgesetzt.

Obwohl WDF*IDF erst seit einigen Jahren wirklich eine Rolle in der Suchmaschinenoptimierung spielt, ist das Prinzip dahinter nicht neu. 2012 startete mit einem Artikel der Hype rund um WDF*IDF in Deutschland. Bis dahin wurde die Technik aber bereits in mehreren Bereichen eingesetzt, darunter der Computerlinguistik und der klassischen Linguistik. Sie haben vor allem dabei geholfen, Texte lesbarer zu machen und sie somit auch für menschliche Besucher zu optimieren. Alles in allem ist der Hype rund um WDF*IDF auch in der Suchmaschinenoptimierung mit genau diesem Zweck verbunden. Denn alle Relevanz bringt nichts, wenn die menschlichen Besucher mit einem optimierten Text nichts anfangen können.

Was genau ist WDFIDF und was lässt sich aus den Ergebnissen ablesen?

Bei WDF*IDF handelt es sich um eine Formel, die die Relevanz der eigenen Inhalte im direkten Vergleich mit anderen Webseiten testen soll. Dabei soll die Formel genau herausfinden, welche Worte, Phrasen und "Terms" in einem Text oder auf einer Webseite besonders häufig vertreten sind. Die WDFIDF Formel stellt sie dann bei verschiedenen kostenlosen Tools in den Vergleich mit anderen vorhandenen Dokumenten oder Seiten. Auf diese Weise kann herausgefunden werden, wie hoch die Relevanz der eigenen Texte für einen Suchbegriff sein kann. Da Google sehr stark mit Relevanz arbeitet, ist es wahrscheinlicher, dass eine Seite mit relevanten Inhalten bei einer Suchanfrage eher gefunden wird als eine, die nicht darauf geachtet hat.

Unterteilt wird die Formel dabei in zwei Bereiche. Es beginnt mit WDF, was für "within document frequency" steht. Grob gesagt ermittelt diese Formel, in welcher relativen Häufigkeit ein bestimmtes Keyword oder eine bestimmte Phrase in einem Text vorkommt. Die Formel sieht dabei so aus:

WDFi= log2(Freqi,j+ 1) / log2(L)

Wichtig ist hierbei die Unterscheidung zur bisherigen Keyworddichte. Diese hat nur berechnet, wie häufig ein bestimmtes Keyword in einem Text vorgekommen ist, also die Häufigkeit einfach nur mit den gesamten vorhandenen Worten abgeglichen. Durch den Logarithmus in der Formel, ist es nicht mehr möglich, einfach durch eine ständige Wiederholung der Keywords einen möglichst hohen Wert zu erreichen. Das wird dadurch geschafft, dass jetzt nicht nur die Relation zur Wortzahl, sondern zum relativen Vorkommen anderer Phrasen einbezogen wird.

IDF hingegen ist die "inverse document frequency". Genauer gesagt wird hier der Term - oder das Keyword - in relativer Häufigkeit zu allen Verwendungen des gleichen Begriffs in einer ausgewählten Anzahl von Dokumenten gesetzt. Dabei ist es natürlich entscheidend, wie viele Dokumente für die Suche mittels des Algorithmus zur Verfügung gestellt werden. Die Formel sieht in diesem Fall so aus:

IDFt= log (1 + ND/ ft)

Beide Formeln zusammen ergeben die relative Gewichtung eines Inhalts in einer definierten Zahl von Dokumenten. Dabei profitiert der Benutzer vor allem davon, wenn die vorhandene Datenmenge möglichst groß ist. Je mehr Dokumente für den direkten Vergleich zur Verfügung stehen, desto größer ist die Aussagekraft, die mit dieser Formel errechnet werden kann. Daher erfreuen sich auch die verschiedenen Tools aus diesem Bereich einer so großen Beliebtheit. Sie erlauben es, dass eine möglichst große Datenlage miteinander verglichen werden kann.

Vor- und Nachteile beim Einsatz von WDF*IDF

Während WDF*IDF fraglos das Potential hat, bei der Recherche nach den passenden Keywords für ein Projekt zu helfen oder die eigenen Texte zu optimieren, muss der Benutzer es als das betrachten, was es ist: Eine Unterstützung bei der Arbeit mit den Suchmaschinen. Es gibt einen hilfreichen Input für die Optimierung und für die Planung, ist allerdings kein Allzweckmittel für den Umgang mit Google und den anderen Anbietern. Dafür wurde die Formel weder gemacht noch kann sie dafür direkt oder indirekt eingesetzt werden. WDF*IDF ist sehr verlässlich in der Gestaltung von relevanten Texten oder anderen Inhalten. Tatsächlich scheint die Gewichtung von Texten, die auf diese Weise erstellt worden sind, in den letzten Jahren aber abgenommen zu haben

WDF*IDF hat das Problem, dass es bestimmte Eigenheiten von Texten nicht erkennen kann. Es ist weder in der Lage Synonyme oder ähnliche Phrasen zu erkennen, noch versteht es, dass in bestimmten Text-Teilen ein Keyword oder ein Term häufiger vorkommt, als in anderen. Daher erhalten die Benutzer am Ende immer eine Zahl für ihre Optimierung, aber keine eindeutige Aussage darüber, wie gut ihr Content denn nun wirklich ist. Es handelt sich einfach um einen Vergleich, der mehr auf einer mathematischen Grundlage und weniger auf tatsächlicher Sichtbarkeit beruht.

Auch ist WDF*IDF für einige Bereiche und Webseiten absolut ungeeignet. Das deutlichste Beispiel dafür findet sich in Online-Shops. Auch wenn der Umfang vieler Produktbeschreibungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist, ist hier in der Regel doch nicht genug Text vorhanden, um die WDF*IDF Formel umfassend zum Einsatz zu bringen. Hier müssen die Betreiber von Online Shops also verzichten, da die Ergebnisse erfahrungsgemäß weder repräsentativ sind noch bei einer Optimierung hilfreich.

Kostenlose und kostenpflichtige Tools für die Analyse von WDF*IDF

In kaum einem anderen Bereich haben sich in den vergangenen Jahren so viele Tools auf dem Markt präsentiert wie im Sektor WDF*IDF. Es gibt sie in kostenpflichtigen und kostenlosen Ausführungen, wobei sich der Umfang der Funktionen stark unterscheiden kann. In der Regel ist der größte Unterschied vor allem in der Datenbasis zu finden. Während die kostenlosen Programme zwar oft eine ausreichend große Zahl von Dokumenten für den Vergleich haben, bieten die kostenpflichtigen Anbieter riesige Netzwerke für die Analyse an. Dabei orientieren sich manche der Tools alleine an der Analyse und möglichen Optimierung von Texten. In anderen Werkzeugen finden sich beispielsweise Möglichkeiten, mit denen die perfekten Keywords für bestimmte Bereiche gefunden werden können. Wer die eigene Webseite optimiert, sollte sich bei der Gestaltung in jedem Fall mit diesen Werkzeugen beschäftigen. Sie machen die Arbeit erheblich einfacher.

Die richtige Optimierung - wie wichtig ist WDF*IDF dabei?

Zusammengefasst: Wie wichtig ist WDF*IDF für die Optimierung? Für die Antwort ist es wichtig zu wissen, welcher Fokus mit der eigenen Seite gesetzt werden soll. Generell kann es in keinem Fall schaden, wenn die entsprechenden Tools für die Optimierung und die Analyse der Seite genutzt werden. WDFIDF mag auf den ersten Blick als ein mächtiges Werkzeug erscheinen - wird aber ein genauerer Blick auf die Wirksamkeit geworfen, ist es halt nur einer von vielen Faktoren im Umgang mit der Suchmaschinenoptimierung. Texte müssen heute mehr können als einfach nur ominöse Formeln erfüllen. Wer Texte für Menschen gestaltet und nebenbei darauf achtet, dass die Keywords auf eine natürliche Weise eingebaut werden, hat in der Regel auch nicht die Notwendigkeit, dass die Formel zusätzlich genutzt wird. Die Texte sind bereits auf die Art und Weise optimiert, wie Google es bevorzugt.

Ansonsten gilt es heute mehr auf andere Dinge zu achten. Die Usersignals, also Themen wie die Verweildauer oder die Click-Through-Rate sind wichtiger für die Relevanz. Auch die klassische Offpage-Optimierung spielt natürlich noch immer eine wichtige Rolle. Am Ende lassen sich Texte mit dieser Formel verbessern. Alles in allem ist es aber nur die Kirsche auf dem Eis. Vorher müssen die Grundlagen erledigt sein.